Cajón oder auch Kistentrommel

Auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk kam ich dieses Jahr auf die Idee ein  Cajón selbst zu bauen.

Wer sich nicht gleich was darunter vorstellen kann…ein Cajón (auch Kistentrommel genannt) sieht man öfters bei Percussion Bands bzw. ersetzt auch mal ein Schlagzeug, wenn gerade keins vorhanden ist. Auch bei Straßenbands sieht man sie des Öfteren.

So, nun aber zum Bau des Cajón.

Die Abmessungen (BxHxT) des Cajón sind 30x45x30 cm. Der Korpus besteht aus 15er MPX auf Gehrung verbunden, die Schlagplatte aus 3 mm Buche Sperrholz und die Resonanzplatte aus 6 mm Buche Sperrholz. Beide werden mit dem Korpus verschraubt. Die Resonanzöffnung hat einen Durchmesser von 120 mm.

   

Die Skizze war auf einem Post-It schnell erstellt. Ich hatte noch eine Platte 15er MPX und wollte für den Zuschnitt das Maximum herausholen, also brauchte der Zuschnittplan etwas mehr Zeit. Achso ja…letztendlich wurden es zwei Cajón, also musste ich nochmals zum Baumarkt und das restliche Holz für den Korpus, sowie die Schlag- und Resonanzplatte besorgen.

Der Zuschnitt der Korpusteile mit Gehrung habe ich mit meiner TS55 REBQ erstellt, da ich meiner TKS die notwendige Präzision nicht zugetraut habe.

Als zusätzliche Versteifung zur Leimung, habe ich die Teile mit Lamellos verstärkt. Um die passende Größe und Sitz der Lamellos herauszufinden waren ein paar Probefräsungen notwendig. Im Endeffekt kamen 10er Lamellos zum Einsatz.

       passt!

Somit konnte es mit den Fräsungen der Seitenteile weitergehen.

   

Um bei der Verleimung nicht unter Zeitdruck zu kommen, habe ich die Lamellos vorab eingeleimt…letztendlich wurde es trotz der Vorbereitungen hektisch, da die Teile nicht so ineinandergreifen wollten, wie ich mir das vorgestellt hatte.

   

Ich brauchte schon eine paar Schraubzwingen und Spanngurte, um die Teile bündig zusammen zu fügen. Aber hier zahlt sich wieder mal die Präzision beim Zuschnitt aus. Warum die Teile nur schwer zusammen zu fügen waren, ist mir nicht ganz klar. Vermutlich sind die Lamellos beim vorzeitigen einleimen etwas gequollen, wodurch sie nur schwer ineinander zu schieben waren.

Im Nachhinein betrachtet, hätte ich auch auf die Lamellos verzichten und den Korpus nur verleimen können, das wäre m.E. stabil genug. Aber man lernt ja mit seinen Projekten.

Nachdem die Teile getrocknet waren, habe ich die Kanten mit einem 4 mm Abrundfräser in die gewünschte Form gebracht.

Danach ging es an das Innenleben der Cajón, die Montage der Snareteppiche. Sie werden im Inneren so montiert, dass ihre Enden an der Schlagplatte anliegen und dem Cajón einen eigenen Klang geben. Dieser richtet sich allerdings nach dem Anpressdruck der Enden auf die Schlagplatte. Zwei Snareteppiche werden hierfür benötigt.

bildschirmfoto-2016-12-31-um-15-09-50 Snareteppich

Im Netz gibt es diverse Bauanleitungen, allerdings keine Information in welchem Winkel zur Schlagplatte die Snareteppich eingebaut werden. Darum habe ich sie auf einen Buche Holzstab montiert und diesen drehbar gelagert in die Cajón eingebaut, was über ein Spannschloss eine variable Einstellung des Anpressdruck ermöglicht. Die Einstellung erfolgt durch die Resonanzöffnung.

Vorbereitung des Buche Rundstab im Durchmesser 25 mm…

      

…und Montage der Snareteppiche.

   

Für die variable Spannung habe ich einen Haken gesetzt und das Spannschloss montiert mit entsprechender Vorspannung.

      funktioniert!

Als nächstes ging es an die Montage der Schlag- und Resonanzplatte. Auch hier gibt es im Netz unterschiedliche Meinungen…Verschraubung, Verleimung, halb&halb…jede Variante wird ihre Vorteile haben, ich habe mich für die Verschraubung entschieden.

Also erstmal die Löcher anzeichnen und bohren. Hier empfiehlt es sich alle Platten zusammen zu kleben und komplett zu bohren, spart ’ne Menge Arbeit und alle Platten werden gleich 😉

   

Für die Verschraubung habe ich SPAX der Größe 3,5×25 mm benutzt, nachdem ich mit Noname Produkten bei der zweiten Schraube mit einem kaputten Torxkopf gescheitert bin. Wegen der randnahen Bohrung habe ich alle Löcher vorab gesenkt, um ein Ausreißen zu verhindern.

Die Resonanzöffnung habe ich mit dem Festool Kreisschneider erstellt. Auch hier sind die Schnittkanten mit dem Abrundfräser bearbeitet.

Die Abmessung der Schlag- und Resonsanzplatten habe ich beim Kauf etwas größer gewählt, da ich die Platten nach der Montage mit dem Bündigfräser exakt auf die Außenkanten des Korpus fräsen wollte und anschließend auch hier mit dem 4 mm Abrundfräser alle Kanten bearbeitet.

     geschafft!

Zum Schluss heißt es wie immer…schleifen, schleifen, schleifen. Zuerst mit 120er, danach 180er und für den finalen Schliff 240er und die Montage der Gummifüße.

   

Ich hatte mir noch kurz überlegt die Cajón zu ölen, mich letztendlich aber doch dagegen entschieden…die finale Verzierung überlasse ich dann doch den beschenkten Musikern 😉

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6 Gedanken zu “Cajón oder auch Kistentrommel

  1. Moritz Piller 1. Januar 2017 / 16:04

    Hut ab Papa! Tolle Arbeit. Diese Cajon klingt besser, als jede andere gekaufte, die ich bisher gespielt habe.

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  2. WHerzog 1. Januar 2017 / 21:00

    Schöner Baubericht und anschauliche Bilder. Vielen Dank. Bei den Schrauben bin ich auch von den No-Name Baumarktprodukten abgekommen und kaufe nur noch Markenware.

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    • Achim 1. Januar 2017 / 21:12

      Ja das mit den Schrauben ist Sonne Sache 😉 leider habe ich noch ein paar von den No-Name Produkten, die eigentlich zum entsorgen zu Schade sind. Dennoch versuche ich so nach und nach mein Schraubensortiment umzustellen.

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  3. Manuela 22. April 2017 / 9:36

    Sehe ich das richtig, dass die Snares die Schlagseite erst weiter unten berühren? Die meisten hängen ihre Snares an die obere oder untere Kante, damit sie es mittig berühren. Wie ist Deine Snare zu hören?

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    • Achim 22. April 2017 / 9:43

      Hallo Manuela,
      ja die Snareenden treffen eher mittig auf die Schlagplatte, der Klang ist gut und lässt sich gut einstellen, zumindest empfinde ich das so. Ich denke, dass es da keine eindeutige Vorgabe gibt, zumindest habe ich keine gefunden.
      VG Achim

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