Frästisch Eigenbau

Schon lange spiele ich mit dem Gedanken einen Frästisch zu bauen. Gescheitert ist es bislang daran, dass mir die dafür passende Oberfräse mit ordentlich Schmackes fehlt…1400 Watt sollte sie meines Erachtens mindestens haben. In meinem Fundus ist aber aktuell nur die Makita RT0700CX2J mit 700 Watt…mhm. Also nochmal genau überlegen was ich mit dem Frästisch alles machen möchte…Kanten fasen/abrunden, Falz bzw. Nut fräsen…nix unmögliches also, was ich mit den versch. Taucheinheiten  auch machen würde. Nuten fräse ich mit der Führungsschiene oder dem Parallelanschlag ohnehin in mehreren Durchgängen.

Also war die Entscheidung getroffen, die Makita kommt in den Frästisch. Falls ich schnell an die Grenzen komme, muss ich mich halt „notgedrungen“ 🙂 nach einer stärkeren Oberfräse umschauen.

Vorteil von der Setvariante der Makita sind die drei mitgelieferten Fräskörbe. Die schwenkbare Grundplatte hatte ich noch nie benutzt, da lag es nahe diesen Fräskorb für den Frästisch zu verwenden.

Da der Hub der Makita nicht übermässig groß ist, musste der Fräskorb in die Grundplatte eingelassen werden, damit er stabil befestigt werden kann, aber nicht zu viel Hub verschenkt wird. Also erstmal anzeichnen und ausfräsen der Grundplattenform und bohren der Befestigungslöcher. Schön ist anders, aber hier stand die Zweckmässigkeit im Vordergrund.

   

Für die Bohrung der Fräser habe ich mich an meinem größten Fräser (Fasenfräser 45°) orientiert. In sofern habe ich auf die Einlage von Abdeckungen mit diversen Durchmessern verzichtet, wie es beispielsweise fertige Frästischeinlegeplatten bieten.

Als nächstes sollte der Frästisch natürlich einen Anschlag und Federklemmen bekommen, also mussten noch die dafür notwendigen Nuten gefräst werden. Der Anschlag wird über T-Nutschienen geführt, für die Federklemme auf der Frästischplatte reicht die Nut, da passende Klemmkörper im Lieferumfang dabei sind. Die Alu T-Nutschienen habe ich diesmal nicht verschraubt, sonder eingeklebt…hält auch gut!

Weiter ging es also mit dem Anschlag. Die Aussparung für den Fräser habe ich zuerst mit dem Forstnerbohrer gebohrt und anschließend mit der TKS ausgeschnitten.

      

Für die Verbindung der beiden Teile habe ich Flachdübel verwendet.

   

Eine T-Nutschiene für die Befestigung einer Federklemme, Schraubzwinge, Stoppklotz o.ä. sollte im senkrechten Teil des Anschlag sein, also Nut fräsen. Hierzu kam der bis dahin halbfertige Frästisch bereits zum ersten mal zum Einsatz 🙂

Wie bereits erwähnt habe ich die Nut in mehreren Durchgängen gefräst.

   

Als letztes stand der Bau der rückseitigen Absaugbox. Hier gibt es mehrere Varianten (45° klappbar, rechteckig…). Ich habe mich für die rechteckige Variante entschieden und diese mit dem Anschlag verleimt.

      

So, hier noch ein paar Bilder vom fertigen Frästisch. Sicherlich ist das keine High-End Lösung, aber mit dem Kompromiss der etwas schmalbrüstigen Makita kann ich mit dieser Interimslösung sehr gut leben.

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17 Gedanken zu “Frästisch Eigenbau

  1. Norman 7. September 2017 / 8:57

    Hallo.

    Ich lese schon einige Zeit Deinen Blog und mag Deine Artikel. Das hier ist wieder eine sehr schöne, einfache und kostengünstige Umsetzung. Ich denke, dass ich das auch so machen werde.

    Auf was für einem Gestell befindet sich Dein Eigenbau?

    Mit freundlichen Grüßen
    Norman

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    • Achim 7. September 2017 / 9:46

      Hallo Norman,

      freut mich, dass Dir mein Blog gefällt.

      Den Frästisch habe ich auf einem klappbaren Wolfcraft Spann-/Arbeitstisch mit Schraubzwingen befestigt. Vielleicht schraube ich noch eine Leiste unter den Frästisch, damit könnte ich diesen über die Spannfunktion befestigen.

      Viele Grüße,
      Achim

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  2. Norman 7. September 2017 / 11:03

    Danke. Klingt gut, vor allem weil man so flexibel bleibt und nicht noch ein Möbel bei Nichtbenutzung in der Werkstatt rumsteht…

    Norman

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  3. Thomas 1. Juli 2018 / 9:07

    Hallo.

    Die Anleitung für den Frästisch ist wirklich spitze. Ich wollte sie jetzt wirklich in die Tat umsetzen. Besteht die Möglichkeit, dass Du eine Stückliste oder zumindest Anhaltspunkte für die Größen veröffentlichen kannst? Die Holzplatten bekomme ich noch hin, aber das größte Interesse besteht für mich bei der Aluschiene und Anschlag und Federklemme. Was hast du dazu genutzt.

    Vielen Dank für Deine Hilfe.
    Thomas

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    • Achim 22. August 2018 / 11:02

      Hallo Thomas,

      die Aluschiene (Nutenschiene M8 C-Profil) habe ich bei Alu-Spezi bestellt (Link findest Du in meiner Linksammlung unter Shops) und die Federklemmen kommen von Amazon (Featherboards).

      Für den Anschlage habe ich mir Ideen an diversen Ausführungen im Netz geholt…die Auswahl ist ja fast unendlich 😉

      Mittlerweile bin ich aber am Überlegen, ob ich den Frästisch in meine Werkbank integriere (aus Platzgründen). Dazu würde ich die Aluschienen so im Werktisch setzen, damit ich den Anschlag und die Federklemmen weiter benutzen kann.

      Wünsche Dir viel Spaß und Erfolg mit Deinem Frästisch.

      VG
      Achim

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  4. Wolfgang 30. Juli 2018 / 13:11

    Hallo, super Idee.
    Hast Du eine Stückliste mit Maßen für den Nachbau?
    Das ware ein toller Service.
    Weiter so,
    Wolfgang

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    • Achim 15. August 2018 / 10:15

      Hallo Wolfgang,
      Danke für Dein Feedback!
      Eine Stückliste habe ich leider nicht, da ich den Frästisch ohne genaue Planung…also eher spontan gebaut habe. Ich kann Dir aber bei Gelegenheit die Maße durchgeben. Bin allerdings momentan aus Zeitmangel kaum in der Werkstatt.
      Viele Grüße
      Achim

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  5. KerkerS 3. Dezember 2018 / 0:57

    Super Idee das mit dem Winkelhalter der Makita. Da Verschenkt man nicht viel Frästiefe….

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    • Achim 15. Januar 2019 / 1:26

      Ja das stimmt, da die Eintauchtiefe der Makita nicht so groß ist, kämpft man um jeden Millimeter 😉

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  6. josef 15. Januar 2019 / 0:54

    hallo achim

    wie klappt es denn mit der höhenverstellung bzw fräser wechseln wenn die makita auf dem kopf steht (ich würde mir gerne eine oberfräse anschaffen und diese – so wie du beschrieben in einem tisch verbauen)
    kann man das ganze von oben machen oder muss man dazu die fräse aus der halterung nehmen?

    lg. josef

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    • Achim 15. Januar 2019 / 1:24

      Hallo Josef,

      Fräserwechsel ist bei der Makita nur im ausgebauten Zustand möglich, d.h. Du musst die Maschine aus dem Fräskorb nehmen, um den Fräser zu wechseln.
      Das geht aber schnell und ist m.E. kein Problem.

      Es gibt aber auch Oberfräsen, bei denen Du den Fräser wechseln kannst, ohne die OF aus dem Frästisch auszubauen, soweit ich weiß geht das bei den Triton Oberfräsen. Zumindest habe ich das schon in diversen Videos gesehen. Diese Oberfräsen sind allerdings nicht so handlich wie die Makita RT0700. Es kommt also darauf an, was Du mit Deiner Oberfräse alles machen möchtest.

      Wie ich in meinem Blog beschrieben habe, ist die Makita sicher nicht die ideale Fräse für den Einsatz in einem Frästisch, aber für meine Zwecke absolut ausreichend.

      Viel Erfolg und viele Grüße
      Achim

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      • KerkerS 15. Januar 2019 / 1:34

        Also bei der Triton geht das ohne weiteres den Fräser zu wechseln ohne die Fräse dafür auszubauen. Dafür ist die Makita nicht ausgelegt, da es eine „handliche“ Kantenfräse ist. Man soll auch nicht die Spindelarretierung bei der Makita nutzen sondern beide Schlüssel um einen Fräser zu wechseln. Ich besitze beide Fräsen (Trion TRA001 & Makita (RT700CX2J). Bin mit beiden mehr als zu frieden. Die Triton habe ich ein meinen Frästisch eingebaut. Für kleinere Dinge nutze ich den kleinen Frästisch mit der Makita und für andere Fräsarbeiten meine Bosch POF 1400 ACE….

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    • KerkerS 15. Januar 2019 / 1:54

      @Josef: Kauf die für den Frästisch die Triton TRA001, die hat genug „Power“ dafür. Auch die Sicherheit im Frästisch ist bei der Triton gegeben. Erst wenn bei der Troton der Schalter wirklich aus ist (am Gerät), lässt sie sich ganz hochfahren.

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      • josef 15. Januar 2019 / 7:49

        ich danke euch allen für euren input!

        ich werde mir wahrscheinlich als erstes die makita besorgen um mal das ganze handling zu verstehen und erfahrung zu sammeln, wenn ich dann merke, dass ich für den frästisch mehr power brauche kann ich mir immer noch die triton anschaffen
        so wie ich das verstanden habe habt ihr meistens auch zwei fräsen für verschiedene anwendungen im einsatz

        danke nochmal und einen guten tag wünsche ich euch!

        lg. josef

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  7. luogo 6. April 2019 / 20:53

    Darf ich fragen was du für Holz genommen hast und wie tief du für den Korb gefräst hast?
    Danke!

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    • Achim 8. April 2019 / 9:38

      Hallo Martin,

      die Frästischplatte ist aus 18 Birke Multiplex und den Fräskorb habe ich 8 mm tief in die Platte eingelassen. Ich hielt das für einen guten Kompromiss zwischen Stabilität einerseits und genug Frästiefe andererseits.

      Viele Grüße
      Achim

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